Mit der Fähre von Esbjerg nach Fanö

12 Minuten mit der Fähre - eine kleine Zeitreise

Abfahrt Esbjerg
Mit dem klacken der Heckklappe von Fenja steh ich schon auf dem Oberdeck, der Wind bläst mir kräftig um die Ohren. Ich drücke mich langsam über die Reling, irgendwie ist die ganz schön hoch, damit ich einen Blick auf meine Lieblingsinsel werden kann. Im Rucksack liegt Ferien auf Saltkrokan, die ganze Fahrt von Kiel nach Esbjerg habe ich drin geblättert. Für mich heißt dieses Buch: Ferien auf Fanø. Die ersten Fragen schießen mir durch den Kopf, wenn die Maschinen der Fähre uns zur Insel lenken. Wie sieht wohl das Haus aus? Hat es sich verändert? Ob die Hasen wieder vorbei schauen? Der Wind treibt mir ein paar Tränen in die Augen, nirgendwo 'weine' ich so gern wie auf diesem Schiff. Der Boden zittert, wenn wir uns auf den Weg ins Mitteldeck machen. Schnell nochmal alles von der Fähre anschauen, es ist ja schon wieder ein Jahr her, alles muss angeguckt werden. Da sagt auch schon jemand: Wir sind gleich da. Die Vorfreude wird immer größer.

Ankunft Fanö
Und dann ist es auch schon soweit, die Bugklappe senkt sich, ich kann schon das Fanø Turistbureau erkennen, früher gab es dort immer die Schlüssel. Nun parken wir vor dem "Fanøhus". Im Rückspiegel kann ich erkennen, wie jemand seine Schlüssel entgegennimmt. Gleich bin ich dran, denke ich und steige aus. Ich werde freundlich begrüßt. Der Schlüssel fällt in meine Hand, die Wegbeschreibung liegt auf dem Beifahrersitz, ich freue mich wie ein kleines Kind, um dann zu merken: Ich bin es, aber nur hier. Die Reling auf der Fähre, der zitternde Boden, die Bugklappe von Fenja - alles lebt hier wieder auf, weil es von hier kommt. Ich bin 26. Seit 20 Jahren fahre ich hierher, mit Eltern, mit Freunden und auch allein. Ich steige ins Auto, mein Haus wartet, mein Fanø begrüßt mich. Vor meinen Augen knistert schon der Kamin. Ich bin zuhaus.

Blogbeitrag geschrieben von Daniel Schimmer.

Faerge Til Fanoe