Die verzweifelnden Erzählungen einer sonst so idyllischen Nordseeküste

Dänemarks Eisenküse ein anderes Bild der sonst so idyllischen Nordsee.

Diese Küste ist eine Eisenküste, ohne Häfen und Zufluchsstätten, warum Schiffe sie bei allen Winden meiden sollten, die nicht von Land wehen.
(Zitat: Dänischer Lotse, 1866)

Die dänische Nordsee - ein Touristen Paradies. Eine schöne und wunderbare Natur, mit kilometerlangen weisen Sandstränden die eine idyllische und erlebnisreiche Landschaft bilden. Von ihr werden jedes Jahr tausende von Besucher angezogen. Immer faszinierend und nie langweilig. Ein wahres Paradies für diejenigen die Naturerlebnisse über das außergewöhnliche Suchen. Ein Paradies für Surfer und ein unendlich großer Spielplatz für Kinder.

In einer längst vergangenen Zeit hatte die Dänische Nordsee jedoch einen ganz anderen Ruf, der ein Bild fern von einem wunderbaren Paradies mit Sommer, Sonne und weisen Sandstränden zeichnet. Hinter den Kulissen der weisen Sandstrände, findet sich eine hülle und fülle an grausamen Erzählungen, die von einem mit Hoffnung, Tot und täglichem Kampf des Überlebens geprägtem Alltag zu See berichten. Die Dänische Nordsee war der Schrecken aller Seeleute. Die Küste war gefürchtet und berüchtigt für ihre raue See bei Sturmwetter, Ströhmungen und Wasser Verhältnissen waren schwer zu berechnen. Die Jütländische Westküste war in einer fernen Vergangenheit eine dunkle und stürmische Landschaft und eine der gefährlichsten Küstenabschnitte der Welt. Darum wird dieser Küstenabschnitt auch Eisenküste oder Schiffswracks Küste genannt.
Tausende Schiffe und Seefahrer haben im laufe der Zeit immer wieder ihr Leben in den Wellen und bei Strandungen verloren. Leider hatten diese Schiffsunglücke in den meisten Fällen immer eine tragisches Enden. Die Nordsee hat viele tausend Seelen auf dem Gewissen und unter der Oberfläche des Meeres liegen hunderte von gestrandeten Schiffswracks begraben.

Die jedoch größte Tragödie bis heute geschah zweifelsfrei Heiligabend im Jahre 1811, als zwei Englische Fregatten, HMS St. Georg und HMS Defence, durch die Ostsee Kurs in die englische Heimat gesetzt hatten. Auf ihrer Heimreise wurden beide Schiffe durch einen Orkan von ihrem Kurs abgebracht und liefen auf Grund zwei Kilometer nördlich von Thorsminde. Ein vergeblicher Kampf gegen die Kräfte des Meeres endete schließlich damit, das beide Schiffe in den Wellen zerbrachen und so gut wie beide Besatzungen ihr Leben ließen. Von den 1408 Seeleuten überlebten nur 17.

In einer Untersuchung der Behörden nach dem Schiffbruch der HMS St. Georg und der HMS Defence berichtete der überlebende Matrose Joseph Page von der HMS Defence unter anderem folgendes:

“Die See brach über das Schiff hinein, Seeleute schrien, Kanonen rissen sich los, schleuderten über das Deck und drückten Besatzungsmitglieder zu Tode. Dies alles war grausam mit an zu sehen. Ich sah die Frau des Schreiners mit einem kleinen Mädchen in der Hand. Sie versuchte an Deck zu gelangen, doch eine Schreckliche See brach über das Schiff ein und spülte Sie mit vielen anderen Menschen durch die Luke in den Frachtraum.”

Zu dieser Zeit gab es noch keinen Rettungsdienst in Dänemark, und Seefahrer mussten sich selber Helfen. Als Nachwirkung zu diesen Strandungen beschloss man ein System für Rettungsarbeiten zu etablieren. 1847 kamen die ersten Rettungsboote und Raketenausrüstung in das Küstengebiet der Nordsee. 1852 wurde ein landesweiter Rettungsdienst gebildet, der aus Rettungstationen, Booten und Raketenstationen bestand. Die Raketenstationen konnten Leinen zu Schiffen in Seenot schießen. Anhand dieser Leinen konnte der Rettungsdienst Stühle an die zu rettende Mannschaft abseilen und Sie von Bord holen.

Diese grausamen Tragedienen sind Teil der Dänischen Nordsee Geschichte. Entlang der Küste kann man noch heute die schrecklichen Strandungsgeschichten und das raue Leben der Seefahrer anhand von Museen, Ausstellungen und Webseiten erleben. Allein in den Jahren 1850 - 1925 sind insgesamt 3608 Schiffe an der Dänischen Nordseeküste gestrandet und 2111 von ihnen gingen total verloren.
Möchten Sie weiteres zu diesem sehr interessanten Thema wissen oder bei Ihrem Urlaub einmal ein anderes Bilder der Nordsee sehen, dann empfehlen wir ihnen einen Blick auf die folgenden Museen, Ausstellungen und Webseiten zu werfen.

Haben Sie fragen oder Anregungen zu dem Thema, dann teilt sie gerne mit den anderen Lesern in den unten angeführten Kommentaren.

Museen:
Strandingsmuseum St. George
Vesterhavsgade 1E, Thorsminde
6990 Ulfborg
www.strandingsmuseet.dk

Lemvig Museum
Vestergade 44
7620 Lemvig
www.lemvigmuseum.dk

Ausstellungen:
Flyvholm Redningsstation
Flyvholmvej 31
7673 Harboøre

Bovbjerg Fyr
Fyrvej 27
7620 Lemvig
www.bovbjergfyr.dk

Kystcentret Thyborøn
Kystcentervej 3
7680 Thyborøn
www.kystcentret.de

Webseiten:
www.jernkysten.dk

Strandingshistorier

*Fotos: Strandungsmuseum St. Georg